Nr. 1 | Die Malerei ist ein Ballast, den man auch wegwerfen kann

Ausstellung | Werke von Sarah Bal und Marc Bergson

25. März - 14. April 2012


Die Malerei ist ein Ballast, den man auch wegwerfen kann ist die erste in einer Reihe von Ausstellungen, die im neuen Kunstraum in der Ossastraße 38 gezeigt werden.

Die Ausstellung zeigt die letzten Arbeiten zweier Maler, die beide verschiedene Gründe hatten, mit der Kunst aufzuhören. Es hat einige Gespräche gebraucht um sie zu überzeugen, ihre Arbeiten ein letztes Mal zu zeigen - immerhin handelt es sich in gewissem Sinn um ein Scheitern. Die Ausstellung will allerdings nicht nur etwas abschließen, sie will ebenfalls die Diskussion darüber eröffnen, dass die angesagte Kunststadt Berlin gleichwohl auch ein Ort ist, in der manch interessanter Künstler sich gezwungen sieht seine Ambitionen abzustellen. Im Fall von Marc Bergson kommt man nicht umhin einen gewissen Weltschmerz zu erkennen, der seiner Entscheidung, und überhaupt seinem Umgang mit Kunst zugrunde liegt. Ein Bild von Poussin, das er in der Gemäldegalerie in Berlin sah, wurde für ihn zu einem symbolischen Wendepunkt. 

Der Autor Ludovik Vermeersch, der sich vor einigen Jahren mit dem Künstler anfreundete, skizziert Bergsons Strategie der Zerstörung in einem kurzen Text. Marc Bergson, der in seiner Laufbahn nur einmal, unter dem Namen Pokin Belov, ausgestellt hat, wurde 1974 in Straßburg geboren und ist Autodidakt. 

Sarah Bal, 1986 in der Schweiz geboren, studierte einige Zeit an der Haute École d´Art et de Design in Genf und zog 2009 nach Berlin, wo sie versuchte als Künstlerin etwas aufzubauen. Sie stellte ihre Gemälde in Bars aus, machte eine Vernissage in ihrer Wohnung und stand sogar mit Postkarten ihrer Bilder auf der Strasse. Es brachte nicht viel, und allmählich verlor sie die Lust, einer Kunstwelt hinterher zu laufen, die ihr eigentlich nie richtig zugesagt hatte. Ihre polychromen Gemälde scheinen kein Zentrum zu haben und zielen darauf, die Zuschauer in eine Lage von Verwirrung und Orientierungsverlust zu bringen. Der Zuschauer wird gezwungen, seine eigenen Punkte von Erkennung in der scheinbar willkürlichen Formenvielfalt der Gemälde zu finden.

Kunstraum Ossastrasse 38, 12045 Berlin-Neukölln
Finissage am 14. April 2012 um 18.00 Uhr
So 25. & Sa 31. März, So 1., Sa. 7., So 8., Sa. 14. April 2012, von 15.00 bis 18.00 Uhr